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Total Training: FCP

Total Training for Final Cut Pro 5, The Essentials

Peter Wick

Der knapp 12-stündige Kurs Total Training for Final Cut Pro 5, The Essentials ist in Englisch, was aber für jeden, der sich einigermaßen mit Computervokabeln auskennt, und auch aufgrund der sehr guten Tonqualität, kaum ein Problem darstellen wird. Hilfreich ist sicher Final Cut Pro 5 in Englisch zu haben bzw. das Programm mithilfe des Finder-Info-Fensters auf Englisch umzustellen. Die Präsentation in 960 x 540 Pixel könnte höher aufgelöst sein und würde auch noch auf kleinere Displays passen, wenn der untere Teil, welcher hauptsächlich aus dem eigenem Werbebanner besteht, weggelassen worden wäre. Insgesamt reicht aber die Darstellung zum Verständnis aus, und bei wichtigen Details wird stets der Bildausschnitt entsprechend verschoben und vergrößert.
Das Programminterface ist insgesamt ziemlich gelungen. Es bietet eine sehr gute Online-Hilfe in Form eines Videos (das zudem auch noch interaktiv ergänzt wird), direkten Zugriff auf das interaktive Inhaltsverzeichnis der DVD und ein Topic-Menü, welches die Kapitel mit Längenangaben in Minuten zeigt. Zu der gelungen Oberfläche fehlt lediglich noch ein Stichwortregister, mit dessen Hilfe man noch gezielter nach bestimmten Themen suchen kann. Das Programm merkt sich, wo man zuletzt stehen geblieben ist, und man kann auch Kapitel zur späteren Nachverfolgung markieren.



Zu Beginn stellt der Tutor Brian Maffitt sein Equipment vor, nicht ohne Werbung für gewisse Marken zu machen, um dann nach einer kurzen Mac OS X-Einführung die Grundbegriffe Timeline, Viewer, Canvas, Browser, Bins, Clips und Sequenzen zu erklären. Hier scheint es, dass er Anwender im Visier hat, die schon mit vergleichbaren Computerschnitt-programmen wie AVID oder Premiere gearbeitet haben, weil bestimmtes Grundwissen vorausgesetzt wird, und der Sprecher schon sehr früh zeigt, wie man Final Cut Pro nach eigenen Wünschen konfiguriert. Das Kontextmenü über die rechte Maustaste (oder über die stets erwähnte ctrl-Taste) wird ebenfalls gleich empfohlen, weil hierbei die verfügbaren Befehle und Optionen gezeigt werden.
Den Schnitt in der Timeline  erläutert Maffitt der Einfachheit halber nur am Video und lässt das Audio außen vor, indem er die Audiospuren sperrt, bzw. ausschaltet. Es werden hier sehr anschaulich die Grundbegriffe wie z. B. Snapping (Einrasten) demonstriert. Dann geht es los mit der Demonstration all der verschiedenen Schnittwerkzeuge, von Rasierklinge, Cliplänge verändern, Clipinhalte verschieben etcs, bis seine Tour de Force schließlich beim 3-Punkt-Schnitt endet.
Bei der Aufnahme wird ein Bin mit dem Namen Log Bin erstellt und die Band Nummer heißt DV. Obwohl gut gemeint, können diese Begriffsüberschneidungen gerade bei Neulingen für Verwirrung sorgen.



Der zweite Teil vermittelt weitergehende Techniken. Leider hält man sich anfangs unnötigerweise mit dem, vielleicht für die Drehplanung wichtigen Storyboarding auf (große Icons für die Clips statt der Listenansicht). Sehr gut sind dagegen die weiterführenden Erklärungen zum Trimmenfenster.
Bei der Handhabung mit Grafiken wird ein breiter Exkurs in Photoshop gestartet, um zu zeigen, wie man Illustrator-Dateien für Final Cut Pro konvertiert, schlechte Scans in Photoshop verbessert und daraus ein transparentes Logo mit mehreren Ebenen erstellt. Schließlich wird auch noch die Nutzung desselben in Final Cut Pro erklärt, indem man das Ergebnis animiert.
Schön ist auch, wie Maffitt es schafft, die sinnvolle Handhabung der variablen Geschwindigkeit in FCP zu erklären.



Auch die Einführung in die Farbkorrektur verdient Lob, besonders wenn es darum geht, einzelne Farben zu beeinflussen.
Das Kapitel Audio Fundamentals vermittelt hingegen nur die Grundbegriffe. Es werden hier fast alle gängigen Möglichkeiten gezeigt, wie man das Audio der Lautstärke nach abmischen kann, aber das Reparieren schlechter Audioquellen beschränkt sich nur auf den parametrischen Equilizer. Leider wird nicht darauf eingegangen, wie man die Balance bei Stereoaufnahmen korrigiert. Insgesamt zeigt sich bei Maffitt ein deutlicher Focus auf die Bildebene.
In Output & Export empfiehlt Maffitt für Web den zwar sehr guten, aber noch wenig verbreiteten H.264 – Codec. Als hochwertiges Backup empfiehlt er PhotoJPEG mit Qualitätsstufe 98%, wo höchstwahrscheinlich, weil optisch nahezu verlustfrei, 75% auch gereicht hätten. Hier wäre ein Verweis auf den auch für Backups hilfreichen Medien Manager angebracht gewesen. Gut und vollständig sind die Ausführungen zur Ausgabe auf Band.



Leider wird nicht auf die Text-Werkzeuge und die Probleme mit dem Roll-Titel Abspann eingegangen. Schade ist sicher auch, dass kein anderer Bestandteil des FCP-Studio-Pakets (Live Type, Compressor, Soundtrack, DVD Studio Pro) behandelt wird, aber das scheint wohl für die noch kommende Fortsetzung des Lern-Programms geplant zu sein.
Ein Nachteil ist leider auch, dass alles am Computermonitor geschnitten wird. Das hat u. a. zur Folge, dass Halbbildfehler nicht erkennbar sind. Hier ist auch der Pferdefuß des Ausgangsmaterials HDV sichtbar, welches keine einfache Kontrolle durch die Kamera zu einem Videomonitor erlaubt. Dabei ist dies für die richtige Bildbeurteilung, zumindest beim Feinschnitt, unerlässlich.
Kein Zweifel, Brian Maffitt kennt sich (nicht nur) mit FCP ziemlich gut aus. Es werden immer wieder Tipps gezeigt, wie man eine bestimmte Arbeit leichter erledigen kann, und stets wird auch der ästhetisch richtige Schnitt vermittelt.
Auf der anderen Seite hat Maffitt die Angewohnheit, bei jedem Befehl unermüdlich auch den Kurzbefehl zu nennen, und selbst in Photoshop kann er nicht davon lassen – obwohl alle Shortcuts im Menü aufgeführt sind. Eine andere Frage ist, ob sein manchmal nicht enden wollender Wortschwall mit sehr vielen Abschweifungen nicht eher verwirrt als informiert.



Andererseits vermittelt diese sehr selbstüberzeugte, amerikanische Art das Gefühl, Final Cut Pro sei ein in jeder Hinsicht ein leicht zu erlernendes Schnittprogramm. Das nimmt vor allem Anfängern die Scheu, sich auf das Programm einzulassen. Aber auch der erfahrene Anwender findet sicher noch neue Optionen oder Kniffe, Workflows besser zu handhaben. Daher kann man dieses Training durchaus sowohl für Einsteiger als auch für angestammte Anwender empfehlen.




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