Ausgeschlossen hiervon sind die Nutzer von DV, dessen großer Vorteil - die verlustlose, digitale Kopie - hier zum Nachteil wird, denn dabei ist keine Korrektur möglich. Die beiden simulierten Anzeigegeräte können hier nur zur Kontrolle dienen, ob die Kamera (insbesondere die Zebra-Anzeige) richtig justiert ist und die Aufnahme korrekt belichtet wurde.
Das
linke Messgerät zeigt die Amplitude des Bildes, also die analoge
Aussteuerung des Helligkeitsanteils an. 100% Prozent entsprechen
normgerechter Vollaussteuerung, also Weiß, und die 0-Linie bedeutet bei
PAL Schwarz (bei NTSC 7,5). Überschreitungen sind möglich, werden aber
bei professionellen Abnehmern nicht gern gesehen. Hier
sehen Sie auch, ob Teile Ihres Bildes völlig überbelichtet waren und
deshalb keinerlei Detailzeichnung mehr aufweisen - da ist dann
natürlich auch per Justage nichts mehr zu retten. Wenn Ihr Bild dagegen
unterbelichtet war, also den Helligkeitsspielraum nach oben nicht voll
nutzt, können Sie mit sparsamen Korrekturen von Helligkeit und Kontrast
noch Einiges retten. Wunder sollten Sie dabei nicht erwarten, denn
eventuelles Bildrauschen wird mit 'hochgezogen‘.
Der
sinnvolle Einsatz des Vektorskops rechts ist schwieriger. Erstens
müssen Sie dafür normgerechte Farbbalken mit aufgenommen haben, und
viele semi-professionelle Kameras liefern die nicht oder sie sind nicht
präzise genug. Der Profi dagegen wird immer die ersten 20-30 Sekunden
einer Kassette (die auch besonders Dropout-trächtig sind) mit solchen
'Bars‘ bespielen. Wenn dann die Endpunkte der jeweiligen Farblinie
nicht auf die Ziele (die kleinen Kreise) fallen, ist eine allgemeine
Korrektur der Farbphase (Hue) oder der Farbsättigung notwendig, falls
die Abweichung überall gleichmäßig ist. Wenn nur einzelne Targets nicht
erreicht werden, ist eine Nachjustage der Kamera beim Spezialisten
unvermeidbar. FT steht übrigens für Flesh-Tone, also Hautfarbe. Eine
großflächige Abbildung von Hauttönen im Bild sollte also bei korrektem
Weißabgleich etwa auf diese Linie fallen. Einen Trick möchte ich noch
verraten: die Messgeräte sind auch für das Bild im Viewer nutzbar. Dazu
lassen Sie das Fenster „Log and Capture“ geöffnet (sonst verschwinden
auch die Anzeigen), reduzieren aber das obere Fenster auf seine
Kopfleiste (mit dem kleinen Knopf ganz oben rechts). Nun wird der
darunterliegende Viewer sichtbar, und tatsächlich zeigen die Messgeräte
dessen Inhalt an. Allerdings wird nur bei stehendem Bild oder beim
'Scrubben' die Anzeige neu berechnet, beim Abspielen läuft sie nicht
mit. Auf diese Weise können Sie auch die Folgen von Filtereinstellungen
überprüfen und dabei Über- und Untersteuerungen vermeiden - das
wiederum gilt nun auch für DV-Anwender.© Uli Plank für final-cut-pro.de