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Wave und Vektor

Waveformmonitor und Vektorskop sinnvoll nutzen

Zwei Messgeräte, die als Hardware etliche tausend Mark kosteten, liefert uns FCP so ganz nebenbei mit: eine Anzeige für die Amplitude der Bildsignale und eine für die Phasenlage des Farbsignals. Sie finden die Schaltfläche im „Log und Capture“ Fensters beim Reiter „Clip-Einstellungen“ unter den Reglern und Spurauswahl-Menüs. Sie sind dazu vorgesehen, die Eingangssignale einer analogen Videokarte anzuzeigen und, falls nötig, schon bei der Überspielung zu korrigieren. Es ist nämlich sinnvoll, Korrekturen gleich an der Quelle vorzunehmen und nicht erst am bereits digitalisierten Signal - zumindest, wenn die analogen Vorverstärker und die A/D-Wandler von guter Qualität sind. Was Sie hier korrigieren dürfen, hängt von Ihrer Hardware ab, denn deren Hersteller muß die entsprechenden Eingriffsmöglichkeiten eingeplant haben. Zumindest Helligkeit und Kontrast lassen sich bei fast jeder Karte justieren, bei Karten mit Eingängen für YUV-Komponenten können Sie stattdessen oft den Schwarz- und den Weißwert korrigieren. FCP bietet Ihnen sogar die Möglichkeit, schon beim Loggen jeden Clip einzeln zu korrigieren - es merkt sich die entsprechenden Einstellungen und wendet sie bei der Stapelverarbeitung an. Notwendige Korrekturen schon bei der Überspielung anzuwenden ist natürlich sinnvoller, als sie später mit großem Zeitaufwand als Filter rendern zu lassen.

Ausgeschlossen hiervon sind die Nutzer von DV, dessen großer Vorteil - die verlustlose, digitale Kopie - hier zum Nachteil wird, denn dabei ist keine Korrektur möglich. Die beiden simulierten Anzeigegeräte können hier nur zur Kontrolle dienen, ob die Kamera (insbesondere die Zebra-Anzeige) richtig justiert ist und die Aufnahme korrekt belichtet wurde.

Das linke Messgerät zeigt die Amplitude des Bildes, also die analoge Aussteuerung des Helligkeitsanteils an. 100% Prozent entsprechen normgerechter Vollaussteuerung, also Weiß, und die 0-Linie bedeutet bei PAL Schwarz (bei NTSC 7,5). Überschreitungen sind möglich, werden aber bei professionellen Abnehmern nicht gern gesehen. Hier sehen Sie auch, ob Teile Ihres Bildes völlig überbelichtet waren und deshalb keinerlei Detailzeichnung mehr aufweisen - da ist dann natürlich auch per Justage nichts mehr zu retten. Wenn Ihr Bild dagegen unterbelichtet war, also den Helligkeitsspielraum nach oben nicht voll nutzt, können Sie mit sparsamen Korrekturen von Helligkeit und Kontrast noch Einiges retten. Wunder sollten Sie dabei nicht erwarten, denn eventuelles Bildrauschen wird mit 'hochgezogen‘.

Der sinnvolle Einsatz des Vektorskops rechts ist schwieriger. Erstens müssen Sie dafür normgerechte Farbbalken mit aufgenommen haben, und viele semi-professionelle Kameras liefern die nicht oder sie sind nicht präzise genug. Der Profi dagegen wird immer die ersten 20-30 Sekunden einer Kassette (die auch besonders Dropout-trächtig sind) mit solchen 'Bars‘ bespielen. Wenn dann die Endpunkte der jeweiligen Farblinie nicht auf die Ziele (die kleinen Kreise) fallen, ist eine allgemeine Korrektur der Farbphase (Hue) oder der Farbsättigung notwendig, falls die Abweichung überall gleichmäßig ist. Wenn nur einzelne Targets nicht erreicht werden, ist eine Nachjustage der Kamera beim Spezialisten unvermeidbar. FT steht übrigens für Flesh-Tone, also Hautfarbe. Eine großflächige Abbildung von Hauttönen im Bild sollte also bei korrektem Weißabgleich etwa auf diese Linie fallen. Einen Trick möchte ich noch verraten: die Messgeräte sind auch für das Bild im Viewer nutzbar. Dazu lassen Sie das Fenster „Log and Capture“ geöffnet (sonst verschwinden auch die Anzeigen), reduzieren aber das obere Fenster auf seine Kopfleiste (mit dem kleinen Knopf ganz oben rechts). Nun wird der darunterliegende Viewer sichtbar, und tatsächlich zeigen die Messgeräte dessen Inhalt an. Allerdings wird nur bei stehendem Bild oder beim 'Scrubben' die Anzeige neu berechnet, beim Abspielen läuft sie nicht mit. Auf diese Weise können Sie auch die Folgen von Filtereinstellungen überprüfen und dabei Über- und Untersteuerungen vermeiden - das wiederum gilt nun auch für DV-Anwender.

© Uli Plank für final-cut-pro.de



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